Zu guter Letzt: Lobt den Herrn! und Kommentar

 

1 Ich will den HERRN loben von ganzem Herzen, alles in mir soll seinen heiligen Namen preisen! 2 Ich will den HERRN loben und nie vergessen, wie viel Gutes er mir getan hat.

 

Ja. Richtig. Am Jahresende gehe ich in mich und lese im Tagebuch des Jahres, was alles geschah. Da war viel Gutes. Da war auch vieles, was sich nicht verwirklichen ließ. Projektideen, die niemals Projekte wurden. Gute Gedanken, die keine Wurzeln schlugen. Aber das sind alles menschliche Vorstellungen, Ideen. Wir können den Herrn loben, dass er uns die Fähigkeit gegeben hat zu denken, zu agieren.

 

3 Ja, er vergibt mir meine ganze Schuld und heilt mich von allen Krankheiten!

4 Er bewahrt mich vor dem sicheren Tod und beschenkt mich mit seiner Liebe und Barmherzigkeit.

 

Nun gut, das ist Wunschdenken. Wir können nicht erwarten, dass uns der Herr von allen Krankheiten heilt und vor dem Tod bewahrt er mich sicherlich nicht. Der Tod zur rechten Zeit wäre wohl vielen sogar willkommen. Gott steht nicht über den Naturgesetzen, die er gemacht hat. Und trotzdem bitten wir: Heile die Krankheiten.

 

5 Mein Leben lang gibt er mir Gutes im Überfluss, er macht mich wieder jung und stark wie ein Adler.

 

Jedes Alter hat seine Vorzüge. Ich will weder jung sein, noch stark wie ein Adler. Nun gut, etwas mehr Stärke und Kraft wären schon manchmal gut.

 

6 Was der HERR tut, beweist seine Treue, den Unterdrückten verhilft er zu ihrem Recht.

 

Das soll David gesagt haben. Typisch. Die Mächtigen glauben, dass sie Gott gepachtet haben. Ich kann mir Trump vorstellen und seine Erlasse zur Steuerpolitik. Den Reichen verhilft er zu ihrem Recht. Seien wir ehrlich: Was tut der Herr, um den Unterdrückten zu ihrem Recht zu verhelfen? Höchstens: Er motiviert uns, dies zu tun. Wir als seine Handlanger – im guten Sinne des Wortes.

 

8 Barmherzig und gnädig ist der HERR, groß ist seine Geduld und grenzenlos seine Liebe!

9 Er beschuldigt uns nicht endlos und bleibt nicht für immer zornig.

10 Er bestraft uns nicht, wie wir es verdienen; unsere Sünden und Verfehlungen zahlt er uns nicht heim.

 

Er schenkt uns Liebe. Gut. Sehr gut. Er beschuldigt uns nicht endlos. Das heißt aber, dass er uns sehr wohl beschuldigt. Für was? Ja, wir tragen unseren Teil an dem Chaos der Welt bei. Selbstkritisch zu sein ist wohl nicht verkehrt. Ich habe zwar kein Schwarzgeldkonto, ich habe auch noch niemanden umgebracht. Aber ich bin sicher auch nicht allen Menschen gegenüber gerecht geworden. Gut, dass der Herr nicht zornig ist und nicht bestraft. Dass er die Krankheiten nicht schickt.

 

11 Denn so hoch, wie der Himmel über der Erde ist, so groß ist seine Liebe zu allen, die Ehrfurcht vor ihm haben. 12 So fern, wie der Osten vom Westen liegt, soweit wirft Gott unsere Schuld von uns fort! 13 Wie ein Vater seine Kinder liebt, so liebt der HERR alle, die ihn achten und ehren.

 

Es ist immer gut geliebt zu werden. Es ist immer gut zu lieben. Und das ist der Kern der christlichen Botschaft: Lasst uns lieben: den Partner, den Freund, den Nachbarn, den Politiker, den Postboten, den Zeitungsausträger, den Asylanten.

 

14 Denn er weiß, wie vergänglich wir sind; er vergisst nicht, dass wir nur Staub sind.

15 Der Mensch ist wie das Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Feld.

16 Wenn der heiße Wüstenwind darüber fegt, ist sie spurlos verschwunden, und niemand weiß, wo sie gestanden hat.

 

Gut, wenn das der Herr weiß. Ich glaube, es ist wichtiger, dass wir das wissen. Das sollte dazu führen, dass wir uns nicht überschätzen. Wir werden verschwinden. Vielleicht werden wir aber irgendwo im Andenken weiterleben. Das wäre doch schön.

 

17 Die Güte des HERRN aber bleibt für immer und ewig; sie gilt allen, die ihm mit Ehrfurcht begegnen. Auf seine Zusagen ist auch für die kommenden Generationen Verlass,

18 wenn sie sich an seinen Bund halten und seine Gebote befolgen.

 

Das klingt ziemlich fordernd und gleichzeitig einschränkend. Wir können wohl seinen Bund nicht so richtig halten und seine Gebote werden wir höchstens mehr recht als schlecht verfolgen. Also ist das eher eine Drohung?

 

19 Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, über alles herrscht er als König.

20 Lobt den HERRN, ihr mächtigen Engel, die ihr seinen Worten gehorcht und seine Befehle ausführt! 21 Lobt den HERRN, ihr himmlischen Heere, die ihr zu seinen Diensten steht und seinen Willen tut! 22 Lobt den HERRN, alle seine Geschöpfe, an allen Orten seiner Herrschaft soll man es hören! Auch ich will den HERRN loben von ganzem Herzen!

 

Loben ist gut und sicherlich gerechtfertigt. Aber es gibt auch Situationen, in denen einem das Lob im Rachen stecken bleibt. Und dann sollten wir darüber nachdenken, was wir an Guten, an Erfreulichem alles erlebt haben. Welche Menschen uns geliebt und angenommen haben. Das waren die Boten Gottes. Also können wir wohl doch loben.

 

Werner Schwanfelder

 

1 Kommentar zu Zu guter Letzt: Lobt den Herrn! und Kommentar

  1. Ich finde, das sind tolle Gedanken! Sie können uns durch das ganze Jahr begleiten und uns helfen auch schwierige Situation im Vertrauen auf Gott zu meistern.

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