Grüß Gott…

Wie grüße ich? In den meisten Fällen mit „Grüß Gott“. Ich denke mir nicht immer etwas dabei. Es ist mir Gewohnheit geworden. Doch ich denke, es ist gut, darüber nachzudenken. Ich tue dies, weil mich vor einiger Zeit eine Meldung aufgeschreckt hat: Zu Schulbeginn wurden angeblich in Stuttgarter Schulen, die Kinder von ihren Klassenvorständen informiert, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hätte. Grüßen, Bitte und Danke sagen, einfach höflich und freundlich sein. Soweit in Ordnung, aber des Weiteren wurde ihnen auch mitgeteilt, dass das in Baden Württemberg vertraute “Grüß Gott” nicht verwendet werden darf, da das die moslemischen Mitschüler beleidigen könnte.
Es hat sich herausgestellt, dass diese Meldung nicht richtig war. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es so hätte sein können…

“Grüß Gott” ist eine Begrüßung, die häufigste Grußform in Teilen Süddeutschlands, Österreichs und Südtirols. Bei “Grüß Gott” handelt es sich nicht um einen Imperativ, sondern um einen Wunsch im Konjunktiv Präsens (Optativ). Deshalb ist es auch nicht korrekt, ein Ausrufezeichen dahinter zu setzen. Optativ ist die sogenannte Wunschformel. So ist “Grüß Gott” lediglich verkürzt und müsste eigentlich “Grüße dich Gott” oder sogar ‘Gott segne dich’ heißen. Gottes Segen, sein Friede, sein Schalom sei mit dir. Als Jesus zu seinen Jüngern auf unruhiger See kommt, da muss er ihr Entsetzen gespürt haben. Die Jünger haben an ein Gespenst gedacht, sie waren schockiert, aber Jesus grüßt und segnet sie: Friede sei mit Euch. Gott grüße Euch, er segne Euch.
In einem Artikel im Focus wurde die Frage aufgeworfen, ob ein „Grüß Gott“ unprofessionell sei. Der Autor hat dann festgestellt, dass man sich seiner Mundart nicht schämen müsse.
Ich habe mich vorgenommen, mich an diesem Zeitgeist zu „rächen“. Immer wenn ich jemanden von Herzen verabschiede verwende ich zwar nicht den bayerischen Abschiedsgruß “Pfiat’ di God” oder verkürzt “Pfiat’ Di”. Das kommt mir als Franke nicht so richtig über die Lippen. Aber ich verwende einfach „Gott behüt’ Dich!“ und so meine ich das auch.

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